Wie wird Juckreiz beim Hund behandelt?

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Erfahre, wie man Juckreiz bei Hunden behandelt. Entdecke häufige Ursachen wie Parasiten und Allergien.

Vor einiger Zeit hast du bemerkt, dass Luna wie eine Verrückte herumläuft und ihren eigenen Schwanz jagt. Zuerst war das nur etwas seltsam und irgendwie lustig, besonders als sie es damals vor deinen Gästen gemacht hat.

Aber jetzt bist du zunehmend besorgt. Luna jagt nicht nur ihren Schwanz, sie beißt auch hinein und knabbert an ihrer eigenen Haut! Das macht sie jetzt schon seit ein paar Wochen und dir fällt auf, dass ihre Schwanzwurzel ganz verkrustet und gerötet ist.

Das kann sich nicht gut anfühlen. Ist das normal? Was, wenn es sich infiziert?

Lunas Juckreiz kann verschiedene Ursachen haben, von denen die meisten behandlungsbedürftig sind.

Nein, es ist nicht normal und ja, es ist richtig, dass du dir Sorgen machst. Es gibt viele Gründe für Juckreiz oder Pruritus, wie er fachsprachlich genannt wird.

Alle Hunde juckt es manchmal und die Gründe dafür reichen von ganz banalen, wie Langeweile oder trockener Haut, bis hin zu Problemen, die einen Besuch in der Tierarztpraxis erfordern.

Brich jetzt bitte nicht in Panik aus, aber wenn sich dein Hund durchgehend kratzt, sich beißt, leckt oder immer dieselbe Stelle reibt – oder wenn er sich wälzt, mit dem Hinterteil über den Boden rutscht oder den Kopf schüttelt – dann ist es an der Zeit, ihn zu deiner Tierärztin oder zu deinem Tierarzt zu bringen.

Ist es wirklich etwas Ernstes? Ist es behandelbar?

Es kann etwas Ernstes sein oder auch nicht — das hängt von der Ursache ab. Nur deine Tierärztin bzw. dein Tierarzt kann dabei helfen, den Auslöser zu finden. Ja, es ist behandelbar, aber auch hier, die Art der notwendigen Behandlung hängt vom zugrundeliegenden Problem ab.

Parasiten: lästige Plagegeister, die schnell außer Kontrolle geraten können

Ständiges Kratzen, Beißen und andere Anzeichen von Juckreiz werden oft durch Parasiten wie Flöhe und Zecken verursacht. Floh- und Zeckenbisse können allergische Hautreaktionen auslösen, wenn die Parasiten während der Blutmahlzeit ihren Wirt beißen oder stechen.1 Flöhe und (einige) Zecken siedeln sich nicht nur auf deinem Hund an, sondern vermehren sich auch wirklich schnell. Ihre Eier und Larven befinden sich auch in der Umgebung deines Hundes. Ein Befall deines Hundes und deines Zuhauses ist so schnell möglich!

Wenn deine Tierärztin oder dein Tierarzt feststellt, dass dein Hund mit Flöhen oder Zecken befallen ist, wird sie/er deinem Hund einen Floh- und Zeckenschutz verschreiben. Diese stehen in vielen Formen zur Verfügung:

  • Injektionen, die in der Tierarztpraxis verabreicht werden
  • Kautabletten und andere orale Tabletten
  • Lösungen, die auf die Haut aufgetragen werden, und Halsbänder

Es ist wichtig, über Parasitenschutz und -bekämpfung mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt zu sprechen. Nicht nur, um Juckreiz zu vermeiden, sondern auch um die Entstehung von Krankheiten zu verhindern, die durch Flöhe oder Zecken auf deinen Hund oder sogar auf Familienmitglieder übertragen werden können.

Parasiten gehören zu den am besten behandelbaren Ursachen für Juckreiz und Kratzen bei Hunden. Deine Tierärztin oder dein Tierarzt hilft dir, ein passendes Mittel für Luna und euer Zuhause auszuwählen. Lass dir von ihm die Vor- und Nachteile jedes Präparats erklären; die beste Behandlung ist die, die tatsächlich genutzt wird! Ein ganzjähriger Floh- und Zeckenschutz hilft deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt, Flöhe und Zecken als Ursache für den Juckreiz auszuschließen. Wenn dein Hund das ganze Jahr über vor Flöhen und Zecken geschützt ist und der Juckreiz kehrt zurück oder ist dauerhaft vorhanden, hilft das deiner Tierärztin oder deinen Tierarzt, andere Ursachen zu diagnostizieren und zu behandeln.

Allergene

Allergene – Stoffe in der Umgebung oder im Futter, die Allergien auslösen sind ein ständiger Störfaktor, aber man wird sie oft nicht dauerhaft los.  

Wir wissen, dass das schwer zu akzeptieren ist, aber die meisten Hunde leiden an Hautallergien, die durch Allergene ausgelöst werden, die aus der Umgebung kaum oder gar nicht vollständig eliminiert werden können. Da einige dieser Auslöser ständig vorhanden sind, werden viele Hautallergien bei Hunden eher kontrolliert als geheilt. Die Behandlung wird an jeden allergischen Hund individuell angepasst und umfasst:

  • Juckreiz-lindernde Medikamente, um den Juckreiz und sogar Entzündungen der Haut zu lindern.
  • Floh- und Zeckenschutz, um Schübe oder die Verschlimmerung des Juckreizes zu verhindern.
  •  Regelmäßige Fellpflege kombiniert mit äußerlich angewendeten Mitteln wie medizinischen Shampoos und Pflegespülungen, um den Juckreiz zu lindern, ein übermäßiges Wachstum von Keimen unter Kontrolle zu bringen und die Hautbarriere zu reparieren.
  •  Nahrungsergänzungsmittel mit Fettsäuren und Antioxidantien zur Unterstützung der Hautbarriere.
  • Speziell formulierte Diäten zur Unterstützung der Hautgesundheit oder zur Behandlung von Hunden mit Futtermittelallergien.
  • Allergiespritzen (sogenannte Allergen-Immuntherapie) können bei manchen Hunden mit Umweltallergien in Betracht gezogen werden, um die zukünftige Sensibilisierung gegenüber Allergenen zu minimieren.

Die meisten Hautallergien erfordern eine fortlaufende Betreuung. Wichtig ist, regelmäßige Kontrolltermine wahrzunehmen und offen zu erläutern, wie gut dein Hund auf die Behandlung anspricht, damit deine Tierärztin bzw. dein Tierarzt bei Bedarf Anpassungen vornehmen kann. Teile der Tierärztin oder dem Tierarzt unbedingt mit, was gut funktioniert und welche Probleme oder Einschränkungen vorliegen, damit die Strategie zur Behandlung der Allergien deines Hundes individuell an dessen Bedürfnisse und an deine angepasst werden kann.

Ich möchte, dass es Luna so schnell wie möglich besser geht. Was kann ich tun?  

Wir freuen uns, dass du Luna helfen willst! Das Erste, was du tun solltest, ist, sie in die Tierarztpraxis zu bringen. Es gibt Medikamente, die dabei helfen, den Juckreiz zu lindern, und andere, die helfen, Schäden an der Haut zu behandeln, die durch Beißen und Kratzen entstanden sind.

Zum Beispiel: Wenn Luna unter Juckreiz und zusätzlich einer Hautinfektion leidet, kann deine Tierärztin oder dein Tierarzt Medikamente gegen den Juckreiz verschreiben und das Baden mit einem medizinischen antimikrobiellen Shampoo empfehlen.

Deine Tierärztin oder dein Tierarzt wird die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten mit dir besprechen und die Beste für Lunas individuellen Fall auswählen.

Und damit kommen wir zur nächsten wesentlichen Sache, die du für Luna tun kannst: Gib ihr die verschriebenen Medikamente und arbeite eng mit deiner Tierärztin bzw. deinem Tierarzt zusammen, indem du sie/ihn informierst, wie Luna auf die Behandlung anspricht. Sprich deine Tierärztin oder deinen Tierarzt an, wenn du Fragen oder Sorgen hast. Luna wird es dir später danken!

Referenzen

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1. White SD, Moriello KA. MSD Manual. Veterinary Manual. Pet Owner Version. Allergies in Dogs.
2. Moriello KA. MSD Manual. Veterinary Manual. Pet Owner Version. Ticks of Dogs. Updated June 2018.
3. Moriello KA. MSDManual. Veterinary Manual.Pet Owner Version. Itching (Pruritus) in Dogs.
4. Dryden MW. MSD Manual. Veterinary Manual. Pet Owner Version. Fleas of Dogs. Updated June 2018.

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